Welcher Kleber eignet sich für Gummi?

Mit Sekundenkleber, Kontaktkleber oder einem elastischen Montagekleber auf Kunststoffbasis (Polyurethan- oder Hybridkleber) lassen sich Gummiteile kleben. Sekundenkleber eignet sich für kleine Stellen, Kontaktkleber für große Flächen und Montagekleber für Verbindungen, die flexibel bleiben oder im Außenbereich eingesetzt werden. Gummiteile aus Silikon und dem witterungsbeständigen Dichtungsgummi EPDM, wie Fenster- und Türdichtungen, benötigen Silikonkleber oder Sekundenkleber mit Vorbehandlungsflüssigkeit (Aktivator), da herkömmlicher Kleber auf ihnen kaum haftet.

Welchen Kleber brauche ich für welchen Zweck?

Anwendung Geeigneter Klebstoff Hinweis
kleine Klebestellen, z. B. Gummiring, Gummifuß, abgerissene Gummikante Sekundenkleber, am besten als Gel härtet in Sekunden aus, Klebestelle wird hart und kann bei Biegung brechen
große Flächen, z. B. Gummimatte auf Boden, Gummibelag auf Holz Kontaktkleber bleibt flexibel, beide Seiten werden eingestrichen
Gummi auf Metall, Holz oder Kunststoff mit Bewegung oder im Außenbereich elastischer Montagekleber (Polyurethan- oder Hybridkleber) dauerelastisch, feuchtigkeitsbeständig, härtet langsamer aus
Dichtungen und Profile aus EPDM Sekundenkleber mit Vorbehandlungsflüssigkeit, die die Oberfläche klebefähig macht (Aktivator) Aktivator wird vor dem Kleber auf die Klebefläche aufgetragen
Teile aus Silikon Silikonkleber normaler Klebstoff haftet auf Silikon nicht

Warum haftet Kleber an manchen Gummiteilen nicht?

Silikon und EPDM verfügen über eine glatte, wasserabweisende Oberfläche, auf der sich Klebstoff nicht gleichmäßig verteilt und daher kaum haftet. Weichmacher und Öle, die zur Elastizität des Gummis beitragen, wandern im Laufe der Zeit an die Oberfläche und bilden einen Film zwischen Gummi und Klebstoff, was die Haftung auch nach Wochen noch beeinträchtigen kann. Weiche, glänzende oder fettig wirkende Gummiteile enthalten häufig größere Mengen dieser Substanzen. Zusätzlich verhindern Trennmittel, die bei der Herstellung zum Lösen der Gummiteile aus der Form verwendet werden, eine zuverlässige Haftung des Klebstoffs.

Wie klebt man Gummi richtig?

Die Klebeflächen sollten zunächst mit Reinigungsalkohol (Isopropanol) oder Spiritus entfettet werden. Anschließend empfiehlt sich ein leichtes Anrauen mit feinem Schleifpapier, gefolgt von einer erneuten Reinigung, um den Schleifstaub zu entfernen. Sekundenkleber wird dünn auf eine Seite aufgetragen, anschließend werden die Teile sofort zusammengefügt und einige Sekunden lang fest angedrückt. Bei Kontaktkleber werden beide Flächen bestrichen und der Kleber muss einige Minuten antrocknen, bevor die Teile fest zusammengepresst werden, da sie sich danach nicht mehr verschieben lassen. Montagekleber erfordert eine Fixierung bis zur vollständigen Aushärtung, und die Endfestigkeit der Verbindung wird je nach Klebstoff innerhalb weniger Minuten bis zu einem Tag erreicht.

Für Verbindungen, die dauerhaft hohe Kräfte, Schwingungen oder Temperaturen aushalten müssen, etwa bei Motorlagern oder Schwingungsdämpfern, wird Gummi nicht nachträglich verklebt. Stattdessen wird das Metallteil mit einer speziellen Bindeschicht (Haftvermittler) beschichtet und bei der Vulkanisation unter Hitze und Druck direkt mit dem Gummi verbunden. Die so hergestellten Gummi-Metall-Verbundteile sind deutlich belastbarer als jede Klebung.