Wie kann man Gummi auflösen?

Vulkanisierter Gummi quillt bei langanhaltendem Kontakt mit aggressiven Medien auf, aber löst sich nicht auf, da die Polymerketten zu einem dreidimensionalen Netzwerk verbunden sind. Je nach Gummimaterial werden Chemikalien wie Benzin, Aceton oder Mineralöl genutzt, um eine Quellung hervorzurufen. Während des Quellvorgangs dringen Moleküle des Lösungsmittels zwischen die Polyemerketten und vergrößern das Volumen des Gummis. Bei lang anhaltender Einwirkung kann der Gummi so stark aufquillen, dass er durch mechanischen Krafteinfluss abgelöst werden kann.

 

Welches Lösungsmittel greift welchen Gummi an?

Wie stark ein Gummi in einem Lösungsmittel quillt, hängt davon ab, wie ähnlich sich Gummi und Lösungsmittel in ihrer Polarität sind. Je ähnlicher die Polarität, desto stärker die Quellung. Unpolare Hauptketten wie in Naturkautschuk (NR) und EPDM quellen stark in Mineralöl und Benzin, sind aber gegen polare Medien wie Wasser beständig. Der polare Nitrilkautschuk (NBR) verhält sich umgekehrt: Er ist ölbeständig, quillt aber in Ketonen wie Aceton und in Estern.

Gummimaterial Starke Quellung in
Naturkautschuk (NR) Mineralöl, Benzin, Toluol
EPDM Mineralöl, Benzin
TPE (TPE-S) Mineralöl, Benzin, Toluol
Silikonkautschuk (VMQ) Benzin, Toluol
Nitrilkautschuk (NBR) Ketone, Ester, Aromaten

 

Kann man Gummi durch Hitze ablösen?

Gummi lässt sich thermisch von Metallteilen ablösen, indem man ihn in einem Ausbrennofen bei etwa 400 bis 500 °C erhitzt. Zurück bleiben Ruß und Asche, die anschließend durch Strahlen oder Waschen entfernt werden. Auf diese Weise können bspw. Metallkerne von Gummi-Metall-Teilen wiederaufbereitet werden. Bei unkontrolliertem Erhitzen im Freien entwickelt Gummi dichten, schwarzen Rauch, der aus Reifenbränden bekannt ist.