Enthält Gummi Schadstoffe?
Die meisten Gummiprodukte sind bei normalem Gebrauch unbedenklich, da Schadstoffe nur dann in relevanten Mengen enthalten sind, wenn bei der Rezeptur oder den Rohstoffen gespart wurde. Zu den Stoffen, auf die bei Gummi geachtet wird, gehören polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus minderwertigen Mineralölen und Ruß, bestimmte Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate, bei der Herstellung entstehende Stickstoffverbindungen (Nitrosamine) sowie Schwermetalle. Für Gummiprodukte sind diese Stoffe in der EU durch die REACH-Verordnung streng begrenzt, sodass Produkte, die diese Grenzwerte einhalten, als sicher gelten.
Wo entstehen Schadstoffe im Gummi?
PAK gelangen vor allem durch billige, kaum gereinigte Mineralöle und durch schlechten Ruß in die Gummimischung. Phthalate werden gezielt als Weichmacher hinzugefügt, Schwermetalle wie Cadmium oder Blei kommen meist in Farbpigmenten vor. Nitrosamine entstehen erst während der Vulkanisation, und zwar aus bestimmten Zusatzstoffen, die der Mischung zugegeben werden, um die Vernetzung zu beschleunigen. Viele dieser Stoffe sind nicht fest im Gummi gebunden. Sie wandern mit der Zeit an die Oberfläche und lösen sich bei Hautkontakt, Wärme oder Abrieb.
Welche Schadstoffgrenzwerte gibt es für Gummi?
| Schadstoff | Grenzwert in der EU |
|---|---|
| PAK | max. 1 mg/kg bei Haut- oder Mundkontakt, 0,5 mg/kg bei Spielzeug und Babyartikeln |
| Phthalate (DEHP, DBP, BBP, DIBP) | max. 0,1 % im weichgemachten Material |
| Nitrosamine | streng begrenzt bei Schnullern, Saugern und Spielzeug für Kinder unter drei Jahren |
| Cadmium und Blei | in Produkten mit Hautkontakt und Spielzeug weitgehend verboten |
Für Gummiteile, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) oder in den USA die Vorgaben der FDA eingehalten werden. Beim Siegel „Geprüfte Sicherheit“ (GS-Zeichen) sind die PAK-Grenzwerte strenger als die unter REACH.
Woran erkennt man, dass ein Gummiprodukt wenig Schadstoffe enthält?
Ein starker Geruch oder eine klebrige Oberfläche deuten oft auf viele Öle und Weichmacher hin, ob tatsächlich Schadstoffe enthalten sind, lässt sich jedoch nur durch eine Laboranalyse sicher feststellen. Hilfreich sind Kennzeichnungen wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit oder das Glas-Gabel-Symbol, das Gummiteile als lebensmittelecht kennzeichnet. Einen weiteren Hinweis gibt die Bezugsquelle, denn bei Produkten, die von Händlern außerhalb der EU direkt über Online-Marktplätze verschickt werden, fehlt häufig ein verantwortlicher Importeur in der EU, der die Einhaltung der Grenzwerte sicherstellt.