Tempern ist eine thermische Nachbehandlung, die Eigenspannungen reduziert, Materialeigenschaften stabilisiert und die Funktionalität technischer Bauteile verbessert.
Tempern bezeichnet das gezielte Erwärmen von Bauteilen aus Kunststoff, Gummi oder Metall auf eine definierte Temperatur unter dem Schmelzpunkt über einen bestimmten Zeitraum, um innere Spannungen abzubauen, Materialeigenschaften zu stabilisieren oder Restmonomere und flüchtige Bestandteile auszutreiben. In der Elastomerverarbeitung ist das Tempern bei einigen Materialien ein zentraler Schritt nach der Vulkanisation, insbesondere bei Silikonkautschuk (VMQ), Fluorsilikon (FVMQ) und bei Anwendungen mit LABS-Freiheit (lackbenetzungsstörende Substanzen).
Tempern verbessert gezielt die Formstabilität, Dauergebrauchseigenschaften und Materialreinheit von bestimmten Gummi- und Kunststoffteilen. Insbesondere bei hochtemperaturvernetzten Elastomeren verbleiben nach der Verarbeitung oft Reaktionsrückstände oder flüchtige Stoffe (z.B. Peroxide, Siloxane), die durch kontrolliertes Erhitzen entfernt oder neutralisiert werden.
Typische Effekte durch Tempern:
Das Tempern erfolgt meist in speziellen Temperöfen oder Autoklaven, typischerweise bei Temperaturen zwischen 150°C und 250°C – abhängig vom Material.
Besonders bei Silikonprodukten für Elektro- oder Medizintechnik ist das Tempern ein Qualitätsstandard, um Migrationen und Lackbenetzungsstörungen zu vermeiden.
Typische Einsatzgebiete: