Was ist Recycling von Gummi?
Das Recycling von Gummi beschreibt verschiedene Verfahren zur Wiederverwertung Gummiprodukte bzw. vulkanisierter Elastomere im Allgemeinen. Ziel des Recyclings ist es, das Material als Rohstoff oder Füllstoff in neuen Produkten zu verwenden. Der Prozess trägt zur Ressourcenschonung und Abfallreduktion bei, ist jedoch für die meisten Elastomers technisch anspruchsvoll. Eine Ausnahme bilden Thermoplastische Elastomere.
Warum ist Gummirecycling herausfordernd?
Im Gegensatz zu Thermoplasten lässt sich Gummi nicht einfach einschmelzen, da es durch die Vulkanisation zu einem dauerelastischen Material wird. Das macht das Recycling sowohl mechanisch als auch chemisch komplexer.
Gängige Recyclingverfahren für Gummi
- Mechanisches Rückgewinnung: Bei mechanischem Recycling wird der vulkanisierte Gummi zerkleinert und zu Gummimehl oder Granulat verarbeitet (z.B. aus Altreifen). Anschließend wird das gewonnene Granulat als Füllstoffen genutzt, zu Weichbodenbelägen oder Trittschutzmatten verpresst oder als Bitumenbeimischung verwertet.
- Devulkanisation: Bei der Devulkanisation werden die Schwefelbrücken in vulkanisiertem Gummi gezielt aufgebrochen, um das Material wieder in einen teilverarbeitbaren Zustand zu überführen. Das resultierende Rezyklat kann anschließend als Bestandteil neuer Gummimischungen eingesetzt werden, allerdings meist nur in begrenzten Anteilen, da mechanische Eigenschaften gegenüber Neuware reduziert sind. Die Devulkanisation kann thermisch, mechanisch, thermo-mechanisch oder chemisch erfolgen.
- Depolymerisation: Bei der Depolymerisation werden die Polymere über chemische Reaktion unter Einsatz von Katalysatoren und / oder Hitze aufgespalten. Die Depolymerisation findet in industriellem Maßstab bisher nahezu keine Anwendung, da die Kosten nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen.