Rapid Tooling ist die beschleunigte Herstellung funktionaler Werkzeuge für die schnelle Produktion von Prototypen oder Kleinserien unter seriennahen Bedingungen.
Rapid Tooling beschreibt die schnelle Herstellung von Werkzeugen oder Werkzeugeinsätzen mittels beschleunigter Fertigungsverfahren. Eine weite Verbreitung fand der Begriff Rapid Tooling zusammen mit dem Rapid Prototyping vor allem durch die Verbreitung von 3D-Druck, ist aber nicht auf additive Fertigungsverfahren beschränkt. Das Rapid Tooling kommt vor allem im Prototypenbau, bei Kleinserien und in der Vorserienproduktion zum Einsatz, um elastische oder thermoplastische Teile unter seriennahen Bedingungen zu produzieren.
Das Ziel von Rapid Tooling ist es, funktionsfähige Werkzeuge in kurzer Zeit ohne relevante Einbußen bei der Funktionalität herzustellen. Dabei werden oft Abstriche bei der Standzeit oder ggf. bei der Maßtoleranz akzeptiert. Typische Methoden für Rapid Tooling sind:
Im Gegensatz zum klassischen Werkzeugbau werden hier oft vereinfachte Kühlkanäle, geringere Toleranzanforderungen oder weichere Materialien akzeptiert. Dafür liegt die Lieferzeit im Gegensatz zur Serienfertigung bei wenigen Tagen bis Wochen.
Typische Anwendungsfelder sind die Herstellung von Prototypen in seriennaher Qualität, Pilotserien zur Erprobung von Bauteilen vor dem Serienanlauf sowie die Fertigung kleiner und mittlerer Stückzahlen. In der Produktentwicklung ermöglicht Rapid Tooling realistische Funktions- und Montagetests, da die Bauteile in den finalen Materialien und mit den geplanten Fertigungsverfahren hergestellt werden können. Auch für die Optimierung der Zykluszeit oder die Prüfung des Fertigungskonzepts in frühen Entwicklungsphasen ist Rapid Tooling ein wichtiges Instrument.