LABS sind Substanzen, die die Benetzung von Lacken stören und deshalb in lackierkritischen Anwendungen strikt vermieden oder geprüft werden müssen.
LABS ist die Abkürzung für „lackbenetzungsstörende Substanzen“ und bezeichnet Stoffe oder Partikel, die die Oberflächenenergie von Substraten herabsetzen, sodass diese nicht gleichmäßig benetzt werden können. Bereits geringste Mengen können Oberflächenfehler wie Krater, Blasen, Benetzungsstörungen oder matte Stellen verursachen. In industriellen Lackierprozessen – insbesondere in der Automobil-, Luftfahrt- und Möbelindustrie – ist LABS-Freiheit daher ein kritisches Qualitätskriterium. Im Bereich Gummi-Verbundteile betrifft dies in der Regel den Auftrag von Haftvermittlungssystemen auf Trägermaterialien.
In LABS-kritischen Produktionsbereichen werden Materialien, Hilfsstoffe und Werkzeuge speziell geprüft und zertifiziert, um sicherzustellen, dass sie keine lackbenetzungsstörenden Substanzen freisetzen. Elastomere wie EPDM oder NBR können je nach Rezeptur LABS-frei formuliert werden, indem auf bestimmte Weichmacher oder Additive verzichtet wird. Auch Seals, Gummikappen und Vibration dampers müssen in solchen Umgebungen LABS-frei sein, um Oberflächenfehler bei nachfolgenden Lackierungen zu vermeiden. LABS-Prüfungen untersuchen, ob ein Material bei Kontakt mit einem Testlack Benetzungsstörungen verursacht. Zertifikate über LABS-Freiheit sind oft zwingende Voraussetzung für den Einsatz in bestimmten Fertigungslinien.