Was sind Gummiformteile?
Gummiformteile sind maßgeschneiderte Elastomerbauteile, die in einem Werkzeug durch Vulkanisation geformt werden. Sie entstehen aus Rohgummimischungen, die unter Druck und Hitze in eine Form gebracht und dort dauerhaft vernetzt werden. Im Gegensatz zu Halbzeugen oder Profilen sind Gummiformteile dreidimensional ausgeformte Einzelteile mit hoher Maß- und Funktionsgenauigkeit.
Die Herstellung erfolgt meist durch folgende Verfahren:
Gummiformteile dienen als Dicht-, Schutz-, Lager- oder Verbindungselemente und werden auf die jeweiligen Einsatzbedingungen wie chemische, thermische und mechanischen Belastung abgestimmt. Durch unterschiedliche Shore-Härten, Materialmischungen und Formkonzepte werden Gummiformteile an die jeweilige technische Funktion angepasst und decken Funktionen von von weichen Dämpfungselementen bis hin zu hochfesten Dicht- oder Lagerbauteilen ab.
Funktionen & Anwendungen von Gummiformteilen
Gummiformteile sind aufgrund ihrer Elastizität, Medienbeständigkeit und Formfreiheit relevante Bauelemente in Maschinen, Fahrzeugen und Geräten:
- Abdichtung: zuverlässige Trennung von Medien wie Flüssigkeiten, Gasen oder Staub
- Schwingungs- und Stoßdämpfung: Aufnahme und Reduktion mechanischer Schwingungen und Stöße
- Elastische Lagerung: Entkopplung von Bauteilen, z. B. bei Motor- oder Maschinenlagern
- Elektrische Isolation: Schutz empfindlicher Komponenten vor Strom oder Überschlägen
- Schutz und Umschließung: Abdeckungen oder Schutzkappen für Bauteile
- Kraftübertragung: elastische Verbindungselemente zum Ausgleich von Bewegungen und Toleranzen
Durch die präzise Formgebung und Materialauswahl lassen sich Gummiformteile funktional an ihre Aufgabe anpassen und werden in verschiedenen Industrien eingesetzt:
- Maschinen- und Anlagenbau: Seals, Lagerbuchsen, Vibration dampers und Schutzelemente
- Automobilindustrie: Stopfen, Dämpfer, Kabeldurchführungen und Motorlager
- Medizintechnik: sterile Silikonformteile, Ventile und Membranen
- Elektronik: Isolierungen, Dichtlippen, Tasterkappen und Gehäuseabdichtungen
- Luft- und Raumfahrt: hochpräzise Dicht- und Schwingungselemente für Vakuum-Umgebungen
- Lebensmitteltechnik: FDA-konforme Dichtungen und Verbindungselemente aus Silikon oder EPDM
Bauteile & Materialien von Gummiformteilen
Die Wahl des geeigneten Elastomers bestimmt die Lebensdauer und Funktion des Gummiformteils. Je nach Medium, Temperaturbereich, chemischer Belastung und mechanischen Anforderungen werden unterschiedliche Gummitypen eingesetzt:
- NBR (Nitrilkautschuk): öl- und kraftstoffbeständig, Standardwerkstoff für Hydraulik- und Maschinenbauteile
- EPDM: witterungs-, ozon- und dampfbeständig, ideal für Wasser- und Außenanwendungen
- FKM (Viton®): hohe Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit, für aggressive Medien
- Silikon (VMQ): sehr elastisch, Einsatztemperaturen von –60 °C bis +200 °C und biokompatibel, geeignet für Medizin und Lebensmitteltechnik
- NR (Naturkautschuk): sehr gute Reißfestigkeit und Elastizität, sehr gute Dämpfungseigenschaften
- CR (Neopren): flammhemmend und witterungsbeständig, häufig in Elektronik und Gebäudetechnik
- TPE (Thermoplastische Elastomere): recyclingfähig, kombinierbar mit Kunststoffträgern zu Verbundbauteilen
Damit Gummiformteile dauerhaft belastbar und funktional sind, konstruktiv angepasst, um Montage, Dichtwirkung und Haltbarkeit zu verbessern:
- Einformungen, Stege und Dichtlippen zur Funktionsintegration
- Einlegeteile aus Metall oder Kunststoff zur Erhöhung der Steifigkeit
- Definierte Wandstärken für kontrollierte Elastizität, Verformung und Dämpfung
- Oberflächenbehandlungen oder Beschichtungen zur Reibungs- oder Verschleißreduktion