Dichtlippen sind flexible Abdichtelemente, die Medien sicher einschließen und selbst bei Drehung oder Druckschwankungen zuverlässig funktionstüchtig bleiben.
Dichtlippen sind dünnwandige, elastische Elemente am äußeren Rand einer Dichtung, die in direktem Kontakt zur abzudichtenden Oberfläche stehen. Sie bilden den funktionalen Teil vieler Dichtungssysteme, wie beispielsweise Radialwellendichtringen, Kolbendichtungen, Stangendichtungen und Faltenbalgen. Ihre Aufgabe ist es, eine dauerhafte und kontrollierte Abdichtung zwischen zwei Bauteilen sicherzustellen, auch wenn Relativbewegungen oder Druckschwankungen auftreten.
Die Dichtlippe wirkt über eine definierte Anpresskraft auf die Gegenlauffläche. Diese resultiert aus der Elastizität des Werkstoffs sowie häufig einer integrierten Feder (z. B. bei Wellendichtringen). Dadurch bleibt der Kontakt auch bei Verschleiß oder geringen Verlagerungen der Welle konstant.
Typische Konstruktionsformen:
Die Geometrie und Vorspannung der Dichtlippe bestimmen maßgeblich die Dichtwirkung, Reibung und Lebensdauer des gesamten Systems.
Die Dichtlippe übernimmt eine zentrale Rolle in der Funktion von Dichtungssystemen. Sie sorgt dafür, dass der abzudichtende Raum abgeschlossen bleibt, indem sie sich elastisch an die Wellen- oder Gehäuseoberfläche anschmiegt. Durch die richtige Balance aus Druckkraft, Schmierung und Elastizität entsteht eine zuverlässige Abdichtung bei gleichzeitig minimalem Verschleiß.
Typische Funktionen:
Anwendungsgebiete:
Dichtlippen werden meist aus elastomeren Werkstoffen hergestellt, die eine hohe Rückstellkraft, Temperatur- und Medienbeständigkeit aufweisen. Für spezielle Anwendungen werden zusätzlich thermoplastische oder PTFE-beschichtete Materialien eingesetzt, um Reibung zu reduzieren oder chemische Resistenz zu erhöhen.
Typische Werkstoffe:
Bei Metall-Gummi-Kombinationen wird die Dichtlippe direkt auf einen Trägerring vulkanisiert, um eine dauerhafte stoffschlüssige Verbindung zu erreichen
Je nach Anwendung wird die Geometrie der Dichtlippe durch Verstärkungsrippen, Schmiernuten oder mikrostrukturierte Oberflächen optimiert, um Anpresskraft, Schmierfilmbildung und Verschleißverhalten anzupassen. So entsteht eine hochfunktionale Komponente, die auch unter extremen Betriebsbedingungen dauerhaft abdichtet.