Copolymerisation ist die gleichzeitige Polymerisation verschiedener Monomere, um Polymere mit gezielt einstellbaren Eigenschaften für technische und industrielle Anwendungen herzustellen.
Die Copolymerisation ist ein Verfahren der Polymerchemie, bei dem zwei oder mehr unterschiedliche Monomere gemeinsam polymerisiert werden, um ein Polymer mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu erzeugen. Im Gegensatz zur Homopolymerisation (bei der nur ein Monomer reagiert) ermöglicht die Copolymerisation, die Vorteile verschiedener Monomere in einem Material zu vereinen und gezielt auf die Anforderungen einer Anwendung abzustimmen.
Bei der Copolymerisation werden die Monomere in einem definierten Mengenverhältnis im Reaktor gemeinsam umgesetzt. Die Reaktion wird – je nach Mechanismus – durch radikalische oder ionische Initiatoren bzw. bei der Koordinationspolymerisation durch Katalysatoren (z.B. Ziegler-Natta-Systeme) initiiert. Dabei entstehen Polymerketten mit unterschiedlichem Aufbau:
Durch die Auswahl der Monomere und ihr Mischungsverhältnis lassen sich Härte, Elastizität, chemische Beständigkeit, Temperaturverhalten oder Transparenz gezielt einstellen. So verleiht Acrylnitril in NBR dem Material eine hohe Ölbeständigkeit, während Butadien die Flexibilität erhöht. In der Elastomerherstellung ist die Copolymerisation ein zentrales Werkzeug, um die Balance zwischen verschiedenen Eigenschaften wie z.B. mechanischer Festigkeit und Medienresistenz zu optimieren.
Copolymere finden sich in nahezu allen technischen Bereichen: von Reifen (SBR, EPDM) über technische Dichtungen (NBR, HNBR) bis hin zu Hochleistungskunststoffen (ABS, PBT/ASA). In vielen Fällen ermöglicht erst die Copolymerisation die Herstellung von Werkstoffen, die sowohl die mechanischen als auch die chemischen Anforderungen moderner Anwendungen erfüllen.