Adhäsion ist die physikalische Haftkraft zwischen zwei unterschiedlichen Materialien an ihrer Grenzfläche und ein Schlüsselfaktor für feste, dauerhafte Verbindungen in Technik und Industrie.
Adhäsion bezeichnet die Wechselwirkungen an der Grenzschicht zwischen zwei unterschiedlichen Stoffen, um eine mechanische Kraftübertragung zu ermöglichen. In der Elastomertechnik beschreibt der Begriff vor allem die Haftung zwischen Werkstoffen wie Gummi und Metall, Kunststoff oder Gewebe. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Verbundbauteilen, da eine zuverlässige Haftung die mechanische Belastbarkeit und Lebensdauer des Bauteils maßgeblich beeinflusst.
Die Stärke der Adhäsion hängt von mehreren Faktoren ab:
Bei Elastomeren wird Adhäsion oft durch spezielle Haftvermittlersysteme erzielt, die die chemische Brücke zwischen Gummi und dem Substratmaterial bilden. So haften z. B. NBR– oder EPDM–Seals zuverlässig auf Metallflächen, wenn die Oberfläche zuvor mit einem geeigneten Haftvermittler behandelt wurde. Während der Vulkanisation laufen unterschiedliche Prozesse im Substrat, dem Haftvermittler, dem Elastomer und in den Grenzschichten dazwischen gleichzeitig ab. Deshalb müssen Werkstoffe und Haftvermittlungssystem auf Basis ihrer jeweiligen Reaktionskinetik aufeinander abgestimmt werden.
Eine gute Adhäsion verhindert Ablösungen unter mechanischer Last, Temperaturschwankungen oder Medienkontakt. Eine unzureichende Haftung kann zu vorzeitigem Bauteilversagen, Undichtigkeiten oder Funktionsausfällen führen und ist somit besonders bei sicherheitsrelevanten Bauteilen kritisch zu Betrachten. In der Qualitätssicherung wird die Adhäsion häufig durch Schäl- oder Zugversuche geprüft. Dabei soll die Schädigung stets kohäsiv innerhalb der Elastomerphase verlaufen, das Elastomer also stärker als die Grenzschicht sein.