Was ist Baustahl?

Baustahl ist ein unlegierter oder niedrig legierter Stahl mit guter Umformbarkeit, Schweißbarkeit und Festigkeit. Die Bezeichnungen S235 und S355 stehen für zwei gängige Festigkeitsklassen, die häufig im Maschinenbau, Stahlbau und in der Fertigung von Gummi-Metall-Verbundteilen als Trägermaterial verwendet werden.

 

Eigenschaften von S235 und S355

Der Buchstabe „S“ steht für „Structural Steel“ also „Stahlbau“, gefolgt von der Mindest-Streckgrenze in MPa:

  • S235: Mindest-Streckgrenze 235 MPa, gut schweißbar, einfach zu bearbeiten, kostengünstig
  • S355: Mindest-Streckgrenze 355 MPa, höhere Festigkeit, ebenfalls gut schweißbar, geeignet für tragende Konstruktionen

 

Beide Varianten lassen sich gut verarbeiten – durch Schweißen, Schneiden, Biegen oder Beschichten – und bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten, Verfügbarkeit und technischer Leistung. Sie sind jedoch nur mäßig korrosionsbeständig und benötigen abhängig von der Einsatzumgebung einen Oberflächenschutz (z.B. Verzinkung, Lackierung).

 

Anwendung von Baustahl

Baustähle wie S235 und S355 kommen in vielen Bereichen zum Einsatz:

  • Trägermaterialien in Gummi-Metall-Verbundteilen (z.B. Lager, Dämpfer, Dichtsysteme)
  • Stahlkonstruktionen im Maschinen- und Anlagenbau
  • Fahrzeugrahmen, Halterungen, Verstärkungen
  • Bauprojekte wie Hallen, Brücken, Geländer, Rahmenkonstruktionen

 

Die Materialwahl hängt dabei von der geforderten Tragfähigkeit, dem Korrosionsschutz und den Umgebungsbedingungen ab.