Was sind Lagerbolzen?

Lagerbolzen sind mechanische Verbindungselemente, die als Achsen oder Führungen innerhalb von Baugruppen eingesetzt werden. Sie übernehmen die Lagerung und Positionierung beweglicher Bauteile, leiten Kräfte weiter, während die Bewegungsfreiheit in definierte Richtungen erhalten bleibt. Meist ermöglichen Lagerbolzen eine Dreh- und/oder Axialbewegung um/entlang einer Achse. Im Gegensatz zu Schrauben dienen Lagerbolzen nicht primär der Befestigung, sondern der stabilen Lagerung und Führung von Bewegungen. In Ausführung als Gummi-Metall– oder Gummi-Kunststoff-Bauteile können bei kleinen Bewegungen elastische Festkörpergelenke realisiert werden.

 

Typische Bauformen sind:

  • Zylindrische Bolzen: Standardausführung mit gleichmäßigem Durchmesser
  • Stufenbolzen/Schulterbolzen: mit unterschiedlichen Durchmessern für definierte axiale Positionierung
  • Bolzen mit Gewindeende: zur sicheren Befestigung mit Mutter oder Sicherungselement
  • Gummi-gelagerte Lagerbolzen: zur Schwingungsentkopplung und Geräuschreduzierung oder als Festkörpergelenke

 

Lagerbolzen sind wesentliche Elemente in Konstruktionen, bei denen rotierende, pendelnde oder lineare Bewegungen auftreten. Sie müssen hohe mechanische Belastungen, wechselnde Kräfte aufnehmen und Umwelteinflüssen dauerhaft standhalten, ohne zu verschleißen oder sich zu lösen. Lagerbolzen werden meist aus gehärteten Stählen oder rostfreien Legierungen gefertigt. Für spezielle Anwendungen kommen beschichtete, geschliffene oder oberflächenbehandelte Varianten zum Einsatz, um Korrosion und Reibung zu minimieren.

 

Funktionen und Anwendungen von Lagerbolzen

Lagerbolzen sichern die Beweglichkeit von Baugruppen und übertragen Kräfte zwischen verbundenen Komponenten. In Kombination mit Elastomer- oder Kunststoffelementen ermöglichen sie gleichzeitig dämpfende, geräuschreduzierende und wartungsfreie Lagerkonzepte:

  • Kraftübertragung: Weiterleitung axialer und radialer Kräfte
  • Führung: präzise Zentrierung beweglicher Bauteile
  • Lagerung: definierte Dreh- oder Schwenkbewegungen mit minimalem Spiel
  • Dämpfung: in Kombination mit Gummielementen Reduktion von Stößen und Vibrationen
  • Sicherung: Gewährleistung reproduzierbarer Bewegungsabläufe

 

Typische Anwendungen:

  • Maschinen- und Anlagenbau: Schwenk- und Gelenkpunkte in Hebeln, Zylindern oder Führungssystemen
  • Fahrzeugtechnik: elastisch gelagerte Aufhängungen, Stoßdämpferanbindungen, Lenk- und Achsverbindungen
  • Land- und Baumaschinen: Gelenke für Hydraulikzylinder und Bewegungsmechanismen
  • Luftfahrt und Verteidigung: hochpräzise Lagerstellen mit minimalem Spiel
  • Fördertechnik: Achsen und Rollenlagerungen mit definiertem Bewegungswinkel
  • Medizintechnik und Feinmechanik: kompakte Lagerpunkte mit enger Toleranz

 

Durch den Einsatz von Lagerbolzen lassen sich Bewegungen präzise führen, Verschleiß reduzieren und Baugruppen langlebiger gestalten. In vielen Fällen sind sie Teil einer Gummi-Metall-Verbindung, die elastische Lagerung und Schwingungsentkopplung integriert.

 

Bauteile und Materialien von Lagerbolzen

Die Auslegung und Materialwahl eines Lagerbolzens hängen von Belastung, Umgebung und Anwendungsbereich ab. Neben Festigkeit und Verschleißverhalten spielt auch die Oberflächenqualität eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer.

 

Typische Werkstoffe:

  • Vergütungsstahl: hohe Festigkeit, verschleißarm, Standard im Maschinenbau
  • Edelstahl: korrosionsbeständig, geeignet für feuchte oder hygienische Umgebungen
  • Aluminium: leicht und korrosionsarm, für Anwendungen mit geringerer Last

 

Oberflächenbehandlungen:

  • Verzinkung oder Vernickelung: Korrosionsschutz
  • Nitrieren oder Induktionshärten: erhöhte Verschleißfestigkeit
  • PTFE- oder Molybdänbeschichtung: Reibungsreduktion und Trockenlaufbeständigkeit

 

Damit Lagerbolzen in Gummi- oder Kunststoffverbunden optimale Eigenschaften erreichen, können sie konstruktiv ausgelegt werden, um Haltbarkeit, Montierbarkeit und Funktion zu verbessern:

  • Passflächen oder Führungsabsätze zur präzisen Positionierung
  • Schmiernuten oder Bohrungen als Schmierstoffdepots
  • Einpress- oder Gewindeenden für einfache Montage
  • Elastomer- oder Kunststofflagerhülsen zur Schwingungsentkopplung
  • Korrosionsschutzschichten für Einsatz in Außen- oder Nassumgebungen