Was ist Kautschuk?
Kautschuk ist ein elastischer Werkstoff, der sich durch hohe Dehnbarkeit, Rückstellkraft und vielseitige chemische Anpassbarkeit auszeichnet. Er dient als Basis für eine Vielzahl technischer Elastomere und ist unverzichtbar in Anwendungen wie Dichtungen, Schwingungselementen, Reifen oder Gummi-Verbundteilen. Kautschuk kann sowohl natürlichen als auch synthetischen Ursprungs sein.
Natürlicher und synthetischer Kautschuk
Naturkautschuk (NR) wird aus dem Milchsaft (Latex) des Kautschukbaums (Havea Brasiliensis) gewonnen. Er zeichnet sich durch hohe Elastizität, Reißfestigkeit und Kälteflexibilität aus.
Synthetischer Kautschuk wird industriell aus petrochemischen Rohstoffen hergestellt. Es existieren zahlreiche Varianten, darunter:
- IR (Isopren-Kautschuk): synthetische Nachbildung von NR
- NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk): besonders ölbeständig
- EPDM: witterungs- und ozonbeständig
- FKM (Fluorkautschuk): hochtemperatur- und chemikalienbeständig
- VMQ (Silikonkautschuk): temperatur- und medizinverträglich
- SBR, CR, IIR und viele weitere für spezialisierte Anforderungen
Die Wahl der Kautschukart hängt immer von Einsatztemperatur, Medienbeständigkeit, Flexibilität und Abriebfestigkeit ab.
Verarbeitung von Kautschuk
Kautschuk wird in der Regel durch Vulkanisation in seine endgültige, elastische Form überführt. Dabei entsteht ein dreidimensional vernetztes Polymer, das formstabil, elastisch und langlebig ist. Typische Fertigungsverfahren zur Verarbeitung von Kautschuk sind:
- Formpressen, Transfer-Formpressen, Spritzgießen, Extrusion
- Nachbehandlung durch Tempern, Gefrierentgratung oder manueller Entgratung