Was sind Dehnungen?

Dehnung beschreibt die Längenänderung eines Werkstoffs unter Zugbelastung und wird in Relation zur ursprünglichen Länge in Prozent angegeben.

 

Arten und Bedeutung der Dehnung

  • Elastische Dehnung: Der Werkstoff kehrt nach Entlastung vollständig in seine ursprüngliche Länge zurück.
  • Plastische Dehnung: Ein Teil der Längenänderung bleibt dauerhaft bestehen – typisch für viele Thermoplaste unter hoher Belastung.
  • Hysteresedehnung (Spezialfall bei Elastomeren): Durch innere Reibung wird ein Teil der aufgebrachten elastischen Energie in Wärme umgewandelt, sodass nach Entlastung eine Restdehnung verbleibt. Bei Temperaturerhöhung kann das Elastomer wieder in seine ursprüngliche Länge zurückkehren (Gough-Joule-Effekt).
  • Bruchdehnung: Wird im Zugversuch gemessen und bezeichnet die Dehnung bis zum Bruch

 

Materialien mit hoher Dehnung können sich stark verformen, bevor sie reißen. Diese Eigenschaften sind ideal für dynamisch belastete Bauteile wie Dichtungen oder Federelemente.

 

Messung der Dehnung

Die Dehnung wird in normierten Zugversuchen (z.B. DIN 53504, ISO 37) ermittelt. Sie berechnet sich als:
ε (%) = (l – l_0) / l_0 × 100

 

Beispiel:

  • Ausgangslänge: 50 mm
  • Dehnungslänge: 100 mm

Resultierende Dehnung: 100%