Aramid / Kevlar – beständiges Verstärkungsmaterial

Was ist Aramid?

Aramid ist eine hochfeste, hitzebeständige synthetische Faser, die besonders durch den Markenname Kevlar® bekannt ist. Aufgrund ihrer enormen Zugfestigkeit, geringer Dichte und guten thermischen sowie chemischen Beständigkeit wird Aramid häufig als Verstärkungsmaterial in Gummi-Gewebe-Verbundteilen, technischen Laminaten und Schutzsystemen eingesetzt.

 

Was sind die Eigenschaften von Aramid?

Aramidfasern gehören zur Gruppe der aromatischen Polyamide. Im Vergleich zu Stahl bietet Aramid ein deutlich geringeres Gewicht bei vergleichbarer Zugfestigkeit:

  • Extrem hohe Zugfestigkeit (vielfaches von Stahl; bis zu 3.600 MPa)
  • Sehr geringes Gewicht (Dichte ca. 1,44 g/cm³)
  • Temperaturbeständig bis ca. +300°C (kurzzeitig darüber)
  • Sehr gute Chemikalien- und Abriebbeständigkeit
  • Nicht leitend, nicht schmelzend, flammhemmend

Anders als Glas- oder Kohlenstofffasern splittert Aramid nicht und ist flexibel – daher ideal für den Einsatz in dynamisch beanspruchten oder stoßbelasteten Systemen.
Die bekannteste Aramidmarke ist Kevlar® von DuPont, daneben gibt es weitere wie Twaron® oder Technora®, die jeweils spezifisch modifiziert sind.

 

In welchen Bereichen wird Aramid / Kevlar angewendet?

Aramidfasern werden in vielen Hochleistungsanwendungen eingesetzt:

  • Ballistische Schutzsysteme (z.B. Schutzwesten, Helme)
  • Reifenverstärkung, Schlauch- und Fördertechnik
  • Leichtbaukomponenten im Motorsport und der Luftfahrt
  • Elektronik- und Kabeltechnik als zugfeste Träger oder Umwicklung
  • Verstärkung von Gummi-Gewebe-Verbundteilen, z.B. in Dichtlippen, Membranen, Riemen, Schwingungselementen

In der Gummitechnik erhöht Aramid die Reißfestigkeit, Dimensionsstabilität und thermische Belastbarkeit von Bauteilen, ohne sie steif oder spröde zu machen.