Was sind Alterungsschutzmittel?

Alterungsschutzmittel sind Additive, die Kautschuk– und Kunststoffmischungen zugesetzt werden, um den Abbau der Materialeigenschaften durch Umwelteinflüsse zu verlangsamen. Ohne geeigneten Schutz verlieren Elastomere wie Naturkautschuk (NR), SBR oder NBR mit der Zeit ihre Elastizität, werden spröde, verfärben sich oder werden brüchig. Hauptursachen für diese Alterung sind Sauerstoff, Ozon, UV-Strahlung, Wärme und mechanische Belastung. Die Dosierung und Auswahl von Alterungsschutzmitteln müssen so erfolgen, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen wie Verfärbungen, Migration oder Beeinträchtigung der LABS-Freiheit entstehen.

 

Funktion von Alterungsschutzmitteln

Alterungsschutzmittel wirken, indem sie schädliche Einflüsse abfangen oder neutralisieren, bevor sie die Polymerketten angreifen können. Je nach Wirkprinzip unterscheidet man:

  • Antioxidantien – verhindern oder verlangsamen die oxidative Zersetzung der Polymerketten durch Sauerstoff und Wärme
  • Antiozonantien – schützen gezielt vor Ozonrissen, insbesondere bei dynamisch beanspruchten Dichtungen und Vibrationsdämpfern
  • UV-Stabilisatoren – absorbieren oder streuen UV-Strahlung, um photochemischen Abbau zu verhindern
  • Wachsartige Schutzmittel – bilden eine Schutzschicht an der Oberfläche, die das Eindringen von Ozon und Sauerstoff reduziert

 

Anwendung von Alterungsschutzmitteln

Alterungsschutzmittel kommen in nahezu allen gummiverarbeitenden Industrien zum Einsatz: Automobilbau, Bauindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik und Luft- und Raumfahrt. In Compounds werden sie gezielt auf den Einsatzort, die Medienbelastung und die gewünschte Lebensdauer abgestimmt. Besonders in Außenanwendungen (z. B. EPDM-Dachprofile), bei hohen Temperaturen (z. B. FKMDichtungen in Motoren) oder unter ständiger UV-Belastung (z. B. Silikonkautschuk (VMQ) in Solartechnik) sind sie unverzichtbar.