Teilbarer Faltenbalg

Wir produzieren teilbare Faltenbälge nach Maß, die sich im eingebauten Zustand öffnen und wieder dicht schließen lassen – ohne Demontage von Anbauteilen, Wellen oder Führungen.

Faltenbalg nach Zeichnung mit integriertem Verschlusssystem

Ein klassisch geschlossener Faltenbalg muss zum Wechsel oder zur Reinigung axial über die Welle, Spindel oder Führung gezogen werden. Dies ist häufig ein Eingriff, der den Ausbau angrenzender Komponenten erfordert und die Stillstandszeit einer Anlage spürbar verlängert. Ein teilbarer Faltenbalg löst dieses Problem: Eine längsseitige Trennung mit eingearbeitetem Verschlusssystem ermöglicht das Öffnen und Schließen direkt am Einbauort. Da jede Anlage andere Anforderungen an Dichtheit, Bedienhäufigkeit und Belastung stellt, fertigen wir jeden teilbaren Faltenbalg nach Zeichnung individuell – Trennlinie, Verschlussart, Dichtkonzept und Anschlussgeometrie werden auf Ihren Anwendungsfall abgestimmt.

Vorteile eines teilbaren Faltenbalgs

Ein teilbarer Faltenbalg wird eingesetzt, wenn ein klassischer geschlossener Faltenbalg die Anforderungen an Wartung, Reinigung oder Nachrüstung nicht mehr wirtschaftlich oder funktional erfüllen kann.

Teilbare Faltenbälge nach Maß -
individuell gefertigt von GUME

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Das passende Material
zu Ihrem teilbaren Faltenbalg

Nicht jeder teilbare Faltenbalg soll dieselben Anforderungen erfüllen. Durch unsere eigene Entwicklung und Fertigung stimmen wir Geometrie, Werkstoff und Teilung exakt auf Ihre Anwendung ab.

Teilbarer Faltenbalg aus TPE

Wirtschaftliche Verarbeitung insbesondere bei Stückzahlen ab 1.000 Einheiten

Teilbarer Faltenbalg aus EPDM

Beständig gegen UV-Strahlung, Ozon und Heißwasser, nicht geeignet für Öle und Kraftstoffe

Teilbarer Faltenbalg aus NBR

Für Balge, die mit Hydraulikflüssigkeiten oder Mineralölen & Kraftstoffen in Kontakt stehen

Teilbarer Faltenbalg aus HNBR

Noch höhere Beständigkeit gegenüber Chemikalien, Kraftstoffen und Hitze als bei NBR.

Teilbarer Faltenbalg aus FKM

Hochleistungsmaterial mit Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien und bei Temperaturen bis +200 °C.

Teilbarer Faltenbalg aus Silikon

Beständig bei Tieftemperaturen von bis zu−50 °C und bei Hochtemperaturen von bis zu +220 °C, FDA-konform und prädestiniert für Lebensmittel- und Medizintechnikanwendungen

Teilbarer Faltenbalg aus CR

Der Allrounder für Witterungsbeständigkeit, Ozonresistenz und mäßigen Kontakt mit Ölen, Fetten und Kältemitteln

Anwendungsfälle für geteilte und nachträglich montierbare Faltenbälge

Geteilte und nachträglich montierbare Faltenbälge kommen überall dort zum Einsatz, wo eine herkömmliche Montage aufgrund der Anlagenkonstruktion nicht möglich oder eine regelmäßige Öffnung für Wartung und Reinigung erforderlich ist. Durch Reißverschluss-, Klett- oder hybride Verschlusssysteme lassen sich die Schutzabdeckungen schnell öffnen und schließen, ohne die Anlage zu demontieren.

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Robotik & Automation

In Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaanlagen muss der Bereich unter dem Faltenbalg regelmäßig gereinigt und visuell geprüft werden. Ein geteilter Faltenbalg mit Reißverschluss erlaubt das vollständige Öffnen direkt an der Maschine, eine flächige Reinigung und das anschließende Schließen ohne Demontage.

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Längere Abdeckungen

Bei großen Hublängen oder langen Schutzabdeckungen ist mitunter nur ein definierter Inspektionsabschnitt mit Zugang erforderlich. Wir fertigen den Faltenbalg in diesem Fall als Hybridlösung: geschlossener Hauptkörper mit einem teilbaren Inspektionssegment, das z.B. per Reißverschluss geöffnet wird.

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Hygenesensible Bereiche

In automatisierten Anlagen mit häufigem Sensor- oder Aktorwechsel ist die werkzeuglose Bedienbarkeit ein direkter Produktivitätsfaktor. Der Faltenbalg Klettverschluss erlaubt das schnelle Öffnen und Schließen ohne Werkzeug, was den Eingriff für Bedienpersonal vereinfacht und Wechselzeiten reduziert.

Auslegung der Trennzone von teilbaren Faltenbälgen

Die Trennzone ist das konstruktiv anspruchsvollste Element eines teilbaren Faltenbalgs. Sie muss die Beweglichkeit des Balgs erhalten, ohne dass der Verschluss durch Faltenbewegung und Rückstellkräfte überlastet wird.

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Verlauf der Trennlinie

Im Standardfall verläuft die Trennlinie axial entlang einer Faltenseite. Bei stark gewölbten oder konischen Balggeometrien legen wir die Trennlinie entlang einer Spannungsminimumlinie aus, damit die Faltenbewegung den Verschluss nicht periodisch auseinanderzieht.

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Verstärkung im Verschlussbereich

Die Trennzone wird im Vulkanisationsprozess mit einer erhöhten Wandstärke oder einem eingelegten Gewebeband verstärkt. So bleibt die Faltengeometrie auch entlang der Trennlinie stabil, und die Krafteinleitung in den Verschluss verteilt sich gleichmäßig.

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Dichtkonzept

Hinter dem Verschluss verläuft eine angeformte Elastomerlippe, die im geschlossenen Zustand unter Vorspannung an der gegenüberliegenden Lippe anliegt. Diese Dichtlippe übernimmt die eigentliche Dichtfunktion, während der Reißverschluss oder Klettverschluss primär die mechanische Schließkraft aufbringt. Bei Anforderungen an Schutzklassen ab IP65 prüfen wir das Dichtkonzept im Wasserstrahltest.

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Endpunkt der Trennlinie

Die Endpunkte werden so ausgelegt, dass keine Spannungsspitzen am Verschlussauslauf entstehen. Üblich sind ein eingearbeiteter Endanschlag und eine verstärkte Auslaufzone, die das Aufreißen der Trennlinie unter dynamischer Last verhindern.

Sie haben Fragen zu
teilbaren Falten-bälgen?
Wir haben Antworten!

Ein Faltenbalg mit Reißverschluss ist die richtige Wahl, wenn ein definierter, dichter Schließvorgang gefordert ist – etwa in Lebensmittel-, Pharma- oder Reinraumanlagen, bei Spritzwasserbelastung oder bei häufiger Reinigung mit alkalischen oder sauren Medien. Wasserdichte Profilreißverschlüsse mit elastomerbeschichteten Bändern erreichen je nach Auslegung Schutzklassen bis IP65 oder höher.

Ein Faltenbalg-Klettverschluss ist die richtige Wahl, wenn die werkzeuglose, schnelle Öffnung im Vordergrund steht und vollständige Dichtheit nicht erforderlich ist – beispielsweise bei Spanschutz, Staubschutz oder als Sichtschutz an wartungsintensiven Stellen. Hochfeste Klettsysteme behalten ihre Haltekraft über mehrere tausend Schließzyklen und sind unempfindlicher gegen Verschmutzung mit groben Partikeln als ein Reißverschluss.

Aus Sicht der Funktionssicherheit raten wir davon ab. Die Trennzone eines teilbaren Faltenbalgs muss spezifisch ausgelegt werden, die Verstärkung im Werkzeug eingeformt und das Dichtkonzept auf die Faltenbewegung abgestimmt werden. Ein nachträglich aufgetrennter Standardbalg verliert seine Schutzwirkung und reißt unter dynamischer Last typischerweise an der Trennlinie auf. Wir fertigen den teilbaren Faltenbalg daher von Beginn an als nachträglich montierbarer Faltenbalg. Die nachträgliche Montage bezieht sich dabei auf den fertigen Balg an Ihrer Anlage, nicht auf das Auftrennen eines bestehenden Bauteils.

Mit einem wasserdichten Reißverschluss und einer korrekt ausgelegten überdeckenden Dichtlippe erreicht ein geteilter Faltenbalg Schutzklassen bis IP65, in Sonderausführungen auch höher. Die konkret erreichbare Schutzklasse hängt vom verwendeten Verschlusssystem, Dichtkonzept, Faltengeometrie und Bewegungsprofil ab und wird im Erstmuster abgeprüft.

Hochwertige wasserdichte Reißverschlüsse erreichen je nach Verwendung und Belastungsprofil mehrere tausend bis mehrere zehntausend Schließzyklen, hochfeste Klettsysteme typischerweise im vierstelligen Bereich. Bei sehr hohen Zyklenanforderungen empfehlen wir kombinierte Verschlusssysteme aus Reißverschluss und überdeckendem Klettverschluss, die die Belastung auf zwei unabhängige Verschlussebenen verteilen.

Grundsätzlich sind alle Gummi-Werkstoffe (NBR, HNBR, EPDM, Silikon, FKM, SBR, NR, etc.) einsetzbar, die wir auch für geschlossene Faltenbälge verarbeiten. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Medienkontakt, Temperaturbereich und Hygieneanforderung. Wichtig ist die Materialkompatibilität zwischen Balgwerkstoff und Verschlusssystem: Bei hohen Reinigungstemperaturen müssen Reißverschlussbänder und Klettsysteme entsprechend ausgewählt werden, um Materialermüdung im Verschluss zu vermeiden.

Im Standardfall verläuft die Trennlinie axial entlang einer Faltenseite, weil so die Faltenbewegung den Verschluss nur seitlich belastet. Eine quer zur Faltenrichtung verlaufende Trennung ist technisch möglich, wird durch die Faltenkinematik aber deutlich stärker beansprucht: Bei jedem Hub wird der Verschluss zyklisch auseinandergezogen und wieder zusammengepresst, was die Lebensdauer reduziert. Quertrennungen setzen wir daher nur dann ein, wenn die Einbausituation keine axiale Trennlinie zulässt – in der Regel in Verbindung mit einem definierten Endanschlag im Werkzeug, sodass der Verschluss im hochbelasteten Hubbereich nicht erreicht wird. Häufig ist in solchen Fällen ein Hybrid Faltenbalg die bessere Lösung, bei dem das teilbare Segment außerhalb der dynamisch belasteten Faltenzone liegt.

Ein Reißverschluss oder Klettband entlang der Trennlinie versteift den Faltenbalg in seiner Längsrichtung, da das Verschlussband selbst kaum dehnbar ist. Konstruktiv kompensieren wir das durch eine zusätzliche Faltenanzahl im Verschlussbereich oder durch ein weiches Verschlussband mit elastomerbeschichteter Trägerstruktur. Die Rückstellkraft eines teilbaren Faltenbalgs liegt typischerweise 10–30 % über der eines vergleichbaren geschlossenen Balgs gleicher Geometrie, abhängig von Verschlusssystem und Auslegung der Trennzone. Bei Anwendungen mit definierter Federkennlinie oder begrenzter Aktorkraft – etwa pneumatischen Antrieben mit geringem Schaltdruck – werden Faltengeometrie sowie Wandstärke entsprechend angepasst.

Ja. Für Anwendungen, in denen metallische Komponenten ausgeschlossen sind – etwa in der MRT-Bildgebung, bei Röntgendurchleuchtung oder in metalldetektierbaren Produktionsumgebungen der Lebensmittelindustrie – fertigen wir teilbare Faltenbälge mit vollständig metallfreien Verschlusssystemen. Üblich sind Reißverschlüsse mit Kunststoffspirale und Kunststoffschieber, Klettsysteme mit Kunststoff-Pilzkopf-Bändern sowie Kunststoff Druckknopfreihen. Bei Bedarf liefern wir eine Materialdeklaration, die die Metallfreiheit der gesamten Baugruppe inklusive Verschluss bestätigt.

Ja. Für Anwendungen mit Lebensmittel-, Trinkwasser- oder Pharmakontakt setzen wir Verschlusssysteme aus zertifizierten Werkstoffen ein – insbesondere Reißverschlüsse und Klettbänder, deren Trägermaterialien (PE, PA, POM) und Beschichtungen (TPU, TPE) den Anforderungen entsprechen. Konformitätserklärungen liefern wir auf Wunsch direkt mit dem Erstmuster, sodass die Bauteildokumentation lückenlos in Ihre Anlagenakte einfließen kann.

Für eine belastbare Erstkalkulation benötigen wir idealerweise eine 2D-Zeichnung und ein 3D-Modell (STEP) der Einbausituation. Zusätzlich helfen uns folgende Angaben: Hub und Bewegungsprofil, geforderte Schutzklasse oder Dichtigkeitsanforderung, Häufigkeit und Art des Öffnens (beispielsweise tägliche Reinigung, gelegentliche Inspektion oder einmaliger Servicefall), Umgebungsbedingungen (Temperaturbereich, Medienkontakt, Reinigungsverfahren), gewünschte Stückzahl pro Jahr sowie eventuelle Konformitätsanforderungen.

Wir bringen Gummi in Form und Ihre Projekte zum Laufen