Gummifaltenbalg mit Gewebeeinlage

Als Faltenbalg Hersteller fertigen wir gewebeverstärkte Gummifaltenbälge für Anwendungen, bei denen ein reiner Gummibalg an seine Grenzen stößt. Die einvulkanisierte Gewebeeinlage nimmt Zug- und Druckkräfte auf und hält den Balgkörper unter Über- und Unterdruck in Form.

Armierte Faltenbälge als Sonderanfertigung

Anders als ein Faltenbalg aus Vollgummi verbindet ein gewebeverstärkter Gummifaltenbalg die Flexibilität des Elastomers mit der Zugfestigkeit eines textilen Trägers. Die Gewebeeinlage wird beim Formpressen zwischen den Gummischichten positioniert und verbunden, sodass ein Bauteil ohne separate Fügestellen entsteht. Dieser Aufbau reduziert die Dehnung des Balgkörpers unter Last, verhindert das Ausbeulen einzelner Falten bei Druckdifferenzen und hält Innen- sowie Außendurchmesser über den gesamten Arbeitsweg maßhaltig. Dabei fertigen wir jeden Faltenbalg aus Gummi mit Gewebeeinlage nach Ihrer Zeichnung: Gewebeart, Lagenanzahl, Position der Einlage, Balggeometrie, Shore-Härte des Elastomers und Anschlussgeometrie werden auf Ihren Anwendungsfall abgestimmt.

Vorteile eines gewebeverstärkten Gummifaltenbalgs

Die Gewebeeinlage erweitert den Einsatzbereich des Faltenbalgs dorthin, was mit reinem Elastomer nicht mehr wirtschaftlich oder funktional abbildbar ist.

Gewebeverstärkte Faltenbälge -
individuell gefertigt von GUME

GuME Logo

Gewebeformen
im armierten Gummifaltenbalg

Neben dem Fasermaterial bestimmt die Konstruktion des Gewebes, wie sich die Einlage im Balg verhält. Dieselbe Faser verhält sich je nach Bindungsart und Aufbau unterschiedlich in Dehnung, Konturanpassung und Kraftrichtung.

Leinwandbindung

Die engste Verkreuzung von Kett- und Schussfaden ergibt ein schiebefestes, maßstabiles Gewebe. Diese Form wählen wir, wenn der Balg seine Geometrie unter Last exakt halten soll und die Faltenkontur wenig Verformung des Gewebes verlangt.

Körperbindung

Der diagonale Fadenverlauf macht das Gewebe geschmeidiger als eine Leinwandbindung gleicher Fadendichte. Köpergewebe legen sich beim Formpressen besser in enge Faltenradien und eignen sich, wenn die Einlage einer stark strukturierten Balggeometrie folgen muss.Beständig gegen UV-Strahlung, Ozon und Heißwasser, nicht geeignet für Öle und Kraftstoffe

Gestricke und Gewirke

Maschenware dehnt sich in mehrere Richtungen und begrenzt die Beweglichkeit des Balgs kaum. Diese Form kommt zum Einsatz, wenn die Einlage in erster Linie die Wand gegen Durchstoßen und Weiterreißen sichern soll, der Balg aber große Hübe mit geringer Rückstellkraft ausführen muss.

Cordaufbau

Parallel liegende Fäden mit geringer Querbindung nehmen Kräfte in einer definierten Richtung auf. Ein Cordaufbau ist die passende Wahl, wenn die Hauptlast des Balgs in einer bekannten Achse wirkt, etwa als Zugkraft in Hubrichtung, und quer dazu volle Flexibilität erhalten bleiben soll.

Die richtige Gewebeverstärkung zu Ihrem Gummifaltenbalg

Das eingesetzte Gewebe bestimmt Reißkraft, Dehnverhalten und Temperaturgrenze des Verbunds. Wir wählen die passende Gewebeeinlage und Gummimischung für Ihren Gummifaltenbalg aus, damit Haftung und Beweglichkeit beider Komponenten zusammenpassen.

Gewebeeinlage Reißfestigkeit Dehnung unter Zug Dauereinsatztemperatur Feuchtigkeitsverhalten Bevorzugter Einsatz
Polyamid (PA) bis +100 °C nimmt Feuchtigkeit auf dynamisch bewegte Bälge mit hoher Zyklenzahl
Polyester (PES) bis +130 °C sehr geringe Aufnahme maßhaltige Bälge in feuchter Umgebung
Aramid bis +200 °C geringe Aufnahme wärmebelastete Bälge, extreme Zugkräfte
Baumwolle bis +90 °C nimmt Feuchtigkeit auf weiche Compounds mit niedriger Shore-Härte

Auslegung der Gewebeeinlage im Gummifaltenbalg

Die Trennzone ist das konstruktiv anspruchsvollste Element eines teilbaren Faltenbalgs. Sie muss die Beweglichkeit des Balgs erhalten, ohne dass der Verschluss durch Faltenbewegung und Rückstellkräfte überlastet wird.

01 / 03

Gewebeart und Fadendichte

Feinere Gewebe lassen den Falten mehr Bewegungsfreiheit, gröbere Gewebe erreichen höhere Reißkräfte bei geringerer Dehnbarkeit. Wir wählen das Gewebe passend zum Verhältnis aus gefordertem Arbeitsweg und aufzunehmender Last.

02 / 03

Lage im Balgquerschnitt

Die Einlage kann mittig in der Wand, näher an der Innenseite oder näher an der Außenseite liegen. Die Position bestimmt, ob der Balg bevorzugt gegen Innendruck oder gegen Unterdruck stabilisiert wird.

03 / 03

Übergang zum unarmierten Bereich

Endet die Gewebelage im Balgkörper, wird der Übergang mit auslaufender Verstärkung gestaltet. Ein abrupter Steifigkeitssprung würde bei jedem Hub eine Knickstelle im Gummifaltenbalg mit Gewebeverstärkung erzeugen und die Lebensdauer verkürzen.

Sie haben Fragen zu
Gummifaltenbälgen mit Gewebeverstärkung?
Wir haben Antworten!

Eine Gewebeeinlage empfiehlt sich, sobald der Balgdurchmesser groß ausfällt, hoher Differenzdruck auftritt oder der Balg dauerhaft hohen Zugkräften ausgesetzt ist. In diesen Fällen reicht die Eigenstabilität des Gummis allein nicht aus, um die Faltengeometrie über die Lebensdauer zu erhalten.

Vor der Vulkanisation wird das Gewebe mit einem Haftvermittler beschichtet. Gewebe und Elastomer werden anschließend gemeinsam verpresst und zu einem Gummibalg mit Gewebevulkanisiert. Durch die Abstimmung von Compound, Gewebeart und Prozessparametern entsteht eine feste Verbindung, die sich nicht mehr lösen lässt.

Beim Gewebeverbund übernimmt eine textile Einlage die Zugfestigkeit, während der Balg flexibel bleibt. Ein Gummi-Metall-Faltenbalg nutzt stattdessen einen starren Metallanteil, etwa für die Anschlussbereiche, und eignet sich eher für Anwendungen mit hoher Steifigkeitsanforderung an einzelnen Bauteilzonen statt über die gesamte Faltenzone.

Die Gewebelage reduziert die Dehnbarkeit in Zugrichtung, ohne die Beweglichkeit der Falten selbst wesentlich einzuschränken. Faltenzahl und Faltengeometrie werden bei der Auslegung so abgestimmt, dass der geforderte Arbeitsweg trotz Armierung erreicht wird.

Ja. Anschlussflansche, Gewindeeinsätze oder Klemmringe fertigen wir als Einlegeteile im eigenen Haus und vulkanisieren sie im selben Prozessschritt mit der Gewebeeinlage in den Gummibalgkörper ein. Gewebeeinlage und Metallteil werden dabei gemeinsam in der Form positioniert. Sie erhalten ein einbaufertiges Bauteil mit belastbarer Anschlussschnittstelle ohne nachträgliche Klebung oder Verschraubung.

Ja. Anhand Ihres Altteils vermessen wir die Balggeometrie, bestimmen den Elastomer-Werkstoff und analysieren Lage und Aufbau der Gewebeeinlage. Das Ergebnis ist eine fertigungsgerechte Zeichnung, auf deren Basis wir Werkzeug und Serienteil aufbauen. Rechtliche Schutzrechte Dritter prüfen Sie bitte vor Beauftragung.

Ideal ist eine Zeichnung oder ein 3D-Modell der Einbausituation. Hilfreich sind zusätzlich Einbaulage, Temperaturbereich und Medienkontakt sowie die geplante Stückzahl pro Jahr. Ihr Angebot erhalten Sie innerhalb kurzer Zeit, auf Anfragen reagieren wir innerhalb von 24 Stunden.

Wir bringen Gummi in Form und Ihre Projekte zum Laufen